©  Reiner Schnitzler 2004
von OStDir Ansgar Bartmann



Engelbert Berg war nicht nur ein begnadeter Künstler und eine über- ragende Lehrerpersönlichkeit des Regino-Gymnasiums Prüm, er war vielen ein wahrer Freund, vor allem den zahllosen Kindern und Jugendlichen, die mit all ihren kleinen und großen Sorgen zu ihm kamen wie zu einem Vater.

Engelbert Berg als junger Assessor im Regino-Gymnasium Prüm Als Engelbert Berg am 15.04.1958 seinen Dienst als junger Assessor im Regino-Gymnasium Prüm antrat, begann für dieses traditionsreiche Schule eine neue Epoche. Er begann neben seinen unterrichtlichen Verpflichtungen sofort damit, junge Menschen zu selbständigem Musizieren anzuleiten. Durch seine Begeisterungsfähigkeit konnte er bald die ersten Streicher zu einem Schulorchester zusammen- stellen. Eine große Chance für die jungen Leute ergab sich, als er 1959 interessierte erwachsene Musikfreunde der Stadt Prüm und des Umlandes zum Kammerorchester Prüm zusammenführen konnte, und die Schüler in diesem größeren Rahmen frühzeitig mit anspruchsvollerer Musik vertraut wurden.



Schon nach wenigen Jahren wagte er sich an die Aufführung der bedeutendsten Oratorien. Seit 1961 erklangen in Prüm unter seiner Leitung:

- von Händel die "Cäcilien-Ode", der "Messias" und   "Judas Maccabäus",
- Haydns "Schöpfung",
- Mozarts "c-moll-Messe" und das "Requiem",
- von J.S.Bach das "Weihnachtsoratorium", die "Johannes-Passion"   und  die "Hohe Messe in h-Moll" sowie
- die Große Schubert Messe.

Daneben durften wir uns auch an eigenen Kompositionen von Engelbert Berg erfreuen, etwa an den Vertonungen der beiden Horaz-Oden "Parcus Deorum" und "Barbite Carmen" oder an dem Werk "Stress 7sieben". Rundfunkaufnahmen und Konzerte in England deuten an, welch außergewöhnlichen Ruf seine Orchester und sein Schulchor genossen.



Engelbert Berg war ein passionierter Musiker und ein rastloser Lehrer. Er hat sich nie geschont. Er hat es ebenso seinen Schülern und den Mitgliedern seiner Orchester nicht leicht gemacht. Aber es ging von ihm eine Ausstrahlung aus, die es all seinen Musikern zur Freude werden ließ, mit ihm und für ihn zu arbeiten. Nicht nur die Erfolge bei den anspruchsvollen Konzerten haben die Menschen um ihn mitgerissen. Die Probenarbeit selbst begeisterte sie schon. Das konnte man jede Woche erleben, wenn die Kinder nach den Nachmittags- oder Abendproben beschwingt durchs Haus liefen. Es ist bis heute ein Geheimnis geblieben, wie Engelbert Berg es erreicht hat, von Jahr zu Jahr immer mehr junge Menschen für das aktive Musizieren zu gewinnen, zudem mit so anspruchsvoller Musik.



Franz Schuberts 9. Sinfonie in der Sporthalle des Regino-Gymnasiums Prüm am 02.05.1982 Ein Höhepunkt in seinem Schaffen war sicher die Gründung des Jugend-Sinfonie-Orchesters Prüm, in dem er zahlreiche Jugendliche aus allen musikalischen Bereichen mit den Mitgliedern des Schul- orchesters zusammenbrachte. Im Mai 1982 begeisterte dieses Ensemble zum ersten Mal mit Schuberts 9. Sinfonie. Und dies alles in einer Zeit, da an anderen Schulen durch die komplizierten Stundenpläne der Reformierten Oberstufe Schulchöre und Schulorchester ihr Musizieren einstellen, erst recht, wenn die große Zahl der Fahrschüler alles noch schwieriger macht. Engelbert Berg hat einmal mehr bewiesen, daß die Jugend keineswegs nur für Konsum und möglichst leichtes Leben zu haben ist. Er hat sie hart gefordert und je höher seine Ansprüche wurden, um so größer wurde die Anhänglichkeit und Treue.

Der Begriff "Nachwuchssorgen" war für ihn ein Fremdwort, nicht zuletzt dank des schier unermesslichen Umfangs seiner Privatstunden für die Anfänger. Über 15 Jahre lang war er zudem der pädagogische Leiter der Musikschule Prüm. Neben der systematischen, langfristig angelegten Probenarbeit reizten ihn gerade die außergewöhnlichen Herausforde- rungen, etwa ein unerwartetes Ereignis im Schulalltag, das eine würdige musikalische Gestaltung erforderte. Engelbert Berg fand immer eine angemessene Antwort.



Engelbert Berg hat das Regino-Gymnasium Prüm, das seit vielen Jahrzehnten als Stätte der anspruchsvollen humanistischen Bildung einen guten Ruf hat, 25 Jahre lang im weiten Land Rheinland-Pfalz bekannt gemacht als eine besonderen Hort der musischen Bildung und der kreativen Arbeit an den überlieferten S chätzen der Kultur. Es gibt wohl keine Schule in Rheinland-Pfalz, aus der so viele Musikstudenten hervorgegangen sind. Engelbert Berg hat sich wahrhaftig um das Regino-Gymnasium Prüm und die Jugend des Prümer Raumes verdient gemacht. Er hat sich bleibende Verdienste um die Stadt und um das Prümer Land erworben (Zitat: Bürgermeister Hansen, 1985).



Franz Schuberts Es-Dur-Messe am 16.06.1984 in der Prümer St.-Salvator-Basilika Erste Lebensaufgabe aber blieb für Engelbert Berg immer das Gotteslob:


              Qui cantat bene, bis orat !


Wir verneigen uns in Hochachtung vor seinem Werk und in Liebe und Dankbarkeit vor seiner Persönlichkeit.




(aus der Gedenkrede des damaligen Direktors des Regino-Gymnasiums Prüm OStDir Bartmann anlässlich der Beerdigungsfeier Engelbert Bergs in der Basilika Prüm am 04.April 1985)



In diesem Geist versuchen wir Ehemaligen mit der Gestaltung dieser Seiten und dem Konzert in memoriam in der Prümer Basilika ein Zeichen unserer bleibenden Zuneigung zu setzen und eine Flamme für die Zukunft zu entzünden.



Konzert in memoriam

12.06.2005
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